Hoch’s und Tief’s …

Nachdem ich ja aus dem letzten Jahr eine Zeit von über 12h30min stehen hatte, galt es diese heuer deutlich zu verbessern.

Andere Trainingswege wurden eingeschlagen um mein Ziel zu erreichen, jedoch ist ein IRONMAN mehr als nur die Summe von 3.8km schwimmen, 180km Rad fahren und 42.2 km laufen.

Nachdem der Start dieses Bewerbes um 07:00 ist, hieß es wieder um 04:00 raus aus den Federn und nochmals eine Portion Spaghetti runterwürgen. Danach ging es zum Standbad Klagenfurt und in die Wechselzone um nochmals das Rad und die Wechselsäcke zu kontrollieren. Bei angenehmen Temperaturen zwängte ich mich um 06:15 in meinen SAILFISH Neopren und begann mit dem aufwärmen. Als wir kurz vor 07:00 ins Wasser gelassen wurden um zur Startmarkierung zu schwimmen (Wasserstart) gab es kurzfrisitg eine kleine Hektik in der Startermenge, denn keiner wollte an der Markierung anhalten und so sah sich der Veranstalter gezwungen dem Druck (bzw. der Bewegung) von rund 2200 Athleten nachzugeben und schon um 06:58 den Startschuss abzufeuern.

Beim Schwimmen ging es zunächst ca 1500m gerade aus bis zur ersten Wendeboje. Ich konnte mich aus den meisten Schlägerein raushalten und fand nach gut 1000m meinen Rythmus. Bei der 90° Wende staute es sich wie jedes Jahr gewaltig, jedoch hatte sich jeder Teilnehmer unter Kontrolle und so kam es zu keinen unnötigen Schlägerein. Nach dieser ersten Wende ging es ca 500m gerade aus bis zur zweiten 90° Wende. Bei dieser kam es, genauso wie bei der ersten zum Stau, jedoch mit dem Unterschied, dass einige meinten, mit dem Kopf durch die Wand (durch die Athleten) durch zumüssen. Meine Tatktik war hier etwas Tempo rausnehmen und ohne Probleme herum zukommen. Leider stellte sich diese als nicht gerade optimal heraus, denn danach war ich in einer Gruppe von nicht SAILFISH Neo schwimmer (= langsam schwimmer) eingeschlossen und konnte nicht wirklich mein Tempo schwimmen. Beim Versuch mich da durchzukämpfen fing ich einige Schläge und Tritte ein, jedoch hatte ich diese Gruppe gerade noch rechtzeitig vor dem Lendkanal (die letzten 800m) überholt. Im Lendkanal war dann natürlich wieder der Teufel los, obwohl nicht ganz so schlimm wie in den letzten Jahren. Nach 01:04:33 stieg ich mit einer neuen persönlichen Bestzeit und Rang 575 von über 2200 fast zufrieden aus dem Wasser.

Ein fast perfekter Wechsel (einzig der NEO wollte nicht so recht in den Plastiksack) und einem kurzen Boxenstopp am WC brachte mich 04min34 später auf die Radstrecke.

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch keine 70min unterwegs war, lebte der Traum von einer Zeit unter 10h noch.

Schon nach den ersten Metern am Rad (eigentlich meine Lieblingsdisziplin) merkte ich, dass irgendetwas nicht so passt. Ich fühlte mich einfach nicht so wohl am Rad wie sonst, ohne jedoch zuwissen warum. Aber das irritierte mich nur kurzfristig, denn der Gedanke: „was solls, fahr ich eben nicht 05:00 sondern 05:20, ist auch kein Problem“ half mir darüber hinweg. Jedoch zwischen KM 35 und 40 wusste ich, warum ich mich nicht wohl fühlte am Rad. Ich bekam Kreuzschmerzen, die ich normalerweise selbst nach 7h Radfahren nicht habe. Somit musste ich in regelmäßigen Abständen „Gymnastikübungen“ am Rad machen um das Kreuz etwas durchzubiegen etc. Dennoch gelang es mir die erste 90km Runde in 02h27min49sec zu absolvieren (Schnitt von über 36km/h auf ca. 900 positiven Höhenmetern!). Zu diesem Zeitpunkt war mir bereits klar, dass es mit einer Radzeit von 04h59min nichts werden würde und somit auch der Traum von 09h59min nicht verwirklicht werden konnte. In der zweiten Runde konnte ich dann das Tempo nciht mehr ganz so durchziehen und benötigte 02h42min26sec. Nach 05h10min15sec am Rad und der 312. besten Radzeit!!! kam ich in die zweite Wechselzone.

Nach einem erneuten Boxenstopp am WC lief ich 04min20sec später auf die Laufstrecke und begab mich auf die letzten 42.2km. 

Da es bereits kurz vor 13:30 war hatte die Temperatur auch schon ordentlich zugelegt und die Sonne strahlte/brannte auch von ihrer schönsten Seite vom Himmel. Darum galt es erstmal ordentlich mit Schwämmen zukühlen um nicht zuüberhitzen. Die ersten Kilometer gingen dann trotz der Kreuzschmerzen noch halbwegs, jedoch wurden diese nicht wirklich besser. Mit einem ersten Halbmarathon von 02h13min16sec blieb ich deutlich über meiner vorgenommenen Zeit. Zwischen KM 24 und 29 musste ich dann aufgrund der Kreuzschmerzen eine Gehpause einlegen. Bei KM27 hatte ich dann eine Begegnung der etwas anderen (sehr erfreulichen) Art. Ich war gerade dabei meinen Rücken mal wieder zu entlasten und bog mich durch. Beim Aufrichten hatte ich allerdings gröbere Probleme, sprich mein Kreuz wollte nicht mehr so ganz. Dies bekam eine sehr attraktive Sanitäterin mit, welche sogleich ihr Hilfe anbot. Nach einem kurzen Gespräch und meiner Bestätigung dass alles okay sei, machte sie noch das Angebot: „Falls es Probleme geben sollte, sehen wir uns eben später nochmal“. Dieses Angebot musste ich jedoch, auf meine charmante Art und Weise, mit den Worten: „Des hoff i net“ ablehnen. 😉

Für den zweiten Halbmarathon benötigte ich 02h37min04sec und somit kam ich nach einer Laufzeit von 04h50min21sec. nach gesamt 11h14min05sec als 726ster von über 2200 gestarteten Athleten ins Ziel. In meiner Altersklasse wurde ich 82ster von 175 Ahtleten.

Was neben der Enttäuschung über die „schlechte“ Zeit übrig bleibt, sind folgende Erkenntnisse:

  • Laufen wird wohl nie meine Lieblingsdisziplin werden,
  • die gewählte Vorbereitung besser war als letztes Jahr,
  • Finishen nach 22 Uhr bei weitem mehr Spaß macht (Partystimmung im Zielbereich),
  • die vielen Helfer, Sanitäter, Kampfrichter etc. mind. genauso gefordert werden wie die Athleten und
  • ein ERDINGER Alkoholfrei nach einem harten Training bzw. Wettkampf Wunder vollbringt 😉

Man wird sehen ob ich nächstes Jahr auch wieder dabei sein werde. Denn eines ist klar, schlechter als heuer möchte ich nicht unbedingt sein. 😉

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