Calella (Spanien) im Oktober 2009: Kurz nach meiner Ankunft im Hotel seh ich am Balkon vom Nachbarzimmer ein Triathlonrad der Firma EROX stehen. Weckte natürlich sofort meine Aufmerksamkeit, da ich selbst ein eben solches mein eigen nenne. Also war ich gespannt welches Gesicht wohl zu diesem Rad gehört. Die Antwort sollte ich wenig später bekommen! Das Rad gehörte einer jungen, sehr netten, blonden, in Zürich lebenden Dänin die auf den Namen TINE hört.
Tine Holst hatte damals, mit ihren erst 29 Jahren, schon einiges „durchgemacht“. Verschiedenste Ausbildungen im Sportbereich, Pysiobereich etc. und seit 2007 war sie eben auch im Triathlon unterwegs. Hatten vor und nach der LD Challenge Barcelona-Maresme mehrmals Gelegenheit miteinander zu plaudern. So auch am Abend nach ihrem AK-SIEG bei der Challenge bei einem guten Glaserl Rotwein. Schon damals war ihr Ziel für 2010 ganz klar formuliert: Quali für die WM auf Hawaii. Nach einem Sturz beim Schifahren in Davos Ende November war das Ziel aber plötzlich weit weg: Kreuzbandriss. Doch Tine wäre nicht Tine, wenn sie sich davon abbringen lassen würde. Auch ein Unfall mit einem Motorrad Anfang Juli konnte sie nicht bremsen! Beim IRONMAN UK (Anfang August) holte sich Tine mit einem 2. Platz in ihrer AK den Slot für die Weltmeisterschaft auf Hawaii! – Herzlichste Gratulation!
Einen Artikel über ihren Erfolg und Leidensweg im Züricher Tagesanzeiger gibt es hier! Die Homepage der sehr interessanten jungen Dame gibt es hier!
Leider haben wir uns heuer beim IM Zurich-Switzerland nicht getroffen, wär sicher wieder toll gewesen mit dir zu plaudern liebe Tine. Wünsch dir alles Gute für die Weltmeisterschaft auf Hawaii – I’ll be watching you! Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr in Zürich … 😉
Eigentlich war ich ja der Meinung, Hexen wären eher schwarz. Aber diese Meinung muss ich nun wohl revidieren! Grund dafür ist mein neuer Laufschuh! Eine wirkliche Wettkampfflunder! Saucony Fastwitch 4 so der Name. Bisher war ich ja immer (sehr zufrieden) auf ASICS unterwegs. Egal ob Keyano, DS-Trainer oder Noosa, die Dinger passten einfach. Da konnte ich mir sogar am Tag vor dem IRONMAN die neue Generation zulegen ohne beim Marathon am nächsten Tag Probleme zubekommen.
Die „Hexe in Gelb“ läuft sich doch etwas anders. Nach meinem Testlauf von rund 80min (mit Lauf ABC) spürte ich danach, und auch am nächsten Tag noch, deutlich meine Waden. Dürften also anders belastet werden als bei den ASICS Modellen. Generell läuft er sich aber ganz gut. Interessant auch der Aufdruck auf der Unterseite des Schuh’s: NO BREAKS! Wer bremst verliert, eh klar, oder? Hat schon einen deutlichen Drang nach vorne der Schuh. Und Gewicht hat er auch fast keines. Quasi kommt fast ein „Fluggefühl“ auf, nur halt ohne Besen 🙂 Schau ma mal, ob ich damit auch mal einen Halbmarathon (oder mehr) laufen werde. Gedacht war/ist er hauptsächlich für die kurzen, schnellen G’schichten wie zb den AUSEE Sprint Triathlon, den Stadtlauf in Waidhofen, Stadtlauf in Amstetten, etc. Aber wie heißt’s so schön: Sag niemals nie. Niemals.
Natürlich gibt’s auch vom unvollendeten Wettkampf in Zürich Fotos.
IM Zurich-Switzerland
Der Bericht ist hier nachzulesen, die Fotos dazu hier.
Viel Spaß!
Nochmals der Hinweis auf die MOSTIMAN Fotos: die offiziellen Fotos sind auf www.irisfoto.at/triathlon.html zu bewundern, eine kleine Auswahl meiner (>2000)Fotos gibt es hier!
Nicht schlecht Herr Specht! Für den IRONMAN in REGENSBURG gibt es eine eigene iPhone App! Nicht nur irgendeine mit 0815 Informationen, sondern eine mit Streckenplänen (in Bild und Textform), Teilnehmerinformationen (inklusive Nationalität, Alterklasse, Verein und der erreichten Zeit (Zeit natürlich erst nach dem Finish!)), diversen News etc.
Einizig die Tracking Funktion für Teilnehmer fehlt leider (noch). Wäre diese Info auch noch vorhanden, wäre diese App komplett genial! Bzw. würde es schon reichen, wenn die Zwischenzeiten immer aktuell beim Teilnehmer aufscheinen würden…
Einige Screenshots:
IM Regensburg iPhone App-01 InfosIM Regensburg iPhone App-02 TeilnehmerIM Regensburg iPhone App-03 Strecke
Beim IRONMAN ZURICH-SWITZERLAND bekam ich die berühmte Gründlichkeit/Genauigkeit/Pünktlichkeit der Schweizer zuspüren. Vorneweg: Der Ironman ansich war super organisiert, eine sehr schöne Radstrecke (eckige und kantige Angelegenheit, aber trotzdem sehr schön), tolle Stimmung und ein rasch über die Bühne gehender Check-In/Check-Out. Einzig die Wechselzone war etwas eng, aber okay.
Aber nun zum Wettkampf und den angesprochenen Lektionen! Schwimmen im Zürich See war nicht ganz so berühmt wie ich das gerne gehabt hätte (Strömung etwas unterschätzt und auf den ersten 600m umgeben von orientierungstechnischen „nockerpatzln“, daher in Summe sicher rund 300m mehr geschwommen) hielt sich aber mit 1h08min gerade noch im vertretbaren Bereich. Auf dem Rad ging es zuerst rund 30km entlang vom Zürich See bevor es etwas hügeliger wurde. Fühlte mich gut am Rad, konnte mich aber dennoch beherrschen und nicht gleich in der ersten Runde zuviel drücken. Die erste Runde war in 2h27min absolviert und eigentlich fühlte ich mich körperlich noch fit genug um eine ähnlich starke zweite Runde folgen zulassen. Wenn ich da nicht bereits bei KM83 meine erste Lektion erhalten hätte: Gelbe Karte wegen BLOCKING!
Theorie: Pro Überholmanöver hat man 30sec Zeit um am Vordermann/-frau vorbei zufahren und sich wieder rechts einzuordnen! Braucht man länger bekommt man die GELBE Karte wegen BLOCKING.
Soweit die Theorie! Hat man nun aber eine Gruppe mit 10-15Mann zu überholen, könnte es durchaus etwas länger dauern bis man ganz vorne ist. Noch dazu, wenn in dieser Gruppe der Abstand nicht 10m beträgt (darunter wäre eigentlich die SCHWARZE Karte wegen Windschattenfahrens fällig) sondern nur rund 3-4m. Theoretisch hätte in dieser Gruppe also jeder die schwarze Karte wegen DRAFTING (Windschattenfahren) bekommen müssen, praktisch bekam ich die GELBE Karte wegen BLOCKING! Super. Ärger war natürlich dementsprechend groß. Bis zur nächsten Penalty Box waren es noch dazu noch über 35km. Also eine lange Zeit um sich zuärgern und nicht mehr ordentlich in die Pedale zutreten!
Gelbe Karte bedeutet beim IM Zurich-Switzerland: Stop-and-Go Strafe. Heißt also: Penalty-Box anfahren, stehen bleiben, Name, Nummer und Farbe der Karte nennen, unterschreiben und weiter geht’s. Soweit zumindest die Theorie. Praxis schaut auch hier etwas anders aus! Penalty-Box anfahren, merken dass ziemlich viele Athleten in der Penalty-Box anstehen, fluchen, warten, nach etwas mehr als 2 Minuten endlich mal seinen Namen und seine Nummer nennen und unterschreiben dürfen und danach erst recht wieder fluchend weiterfahren. Also anstelle von rund 30-45sec rund 3min versch…
IM Zurich-Switzerland Drafting
Motivation war danach natürlich etwas gedämpft sagen wir so, dennoch versucht ich noch ein halbwegs vernünftiges Rennen abzuliefern. Bis ca. KM145! Da folgte die nächste Lektion! Folgende Situation: Es geht rund 4KM mit 3-5% Steigung bergauf, ich fahre ganz rechts und komme einem, ca in der Mitte der Fahrspur fahrenden, Athleten immer näher. Was mach ich also? Nichts! Ich fahr normal weiter und fahre rechts an ihm vorbei. Kaum bin ich vorne ereilt mich auch schon ein Pfiff! Mein erster Gedanke: Super, jetzt bekomm ich eine Verwarnung wegen RECHTS Überholen! Tja, war aber nicht so! Stattdessen zeigt mir der Referee die SCHWARZE Karte wegen DRAFTING! WTF??? Damit war das Rennen für mich gelaufen! Hätt ich die Verwarnung wegen dem verbotenen Überholmanöver bekommen, hätt ich’s verstanden und auch eingesehen, wär eh selbst schuld gewesen, aber Windschattenfahren???
Bei der nächsten Penalty-Box (KM170) hielt ich also an und erneut musste ich warten! Theorie: Penalty-Box anfahren, Namen, Nummer, Farbe der Karte nennen, unterschreiben, Stoppuhr bekommen, 6min warten und weiterfahren. Praxis sah aber so aus, dass ich leider auf eine verfügbare Stoppuhr warten musste, da alle anderen besetzt waren. Nach ca 9min konnte ich dann endlich meine letzten 10KM absolvieren.
In der Wechselzone hab ich dann brav mein Rad abgestellt, mich abgemeldet, bin duschen und umziehen gegangen, hab mein Rad ausgechecked und hab im Anschluß daran versucht bei STARBUCKS mit einem CARAMEL FRAPPUCCINO und einem JAVA CHIP den Ärger etwas zu senken. Hat nur teilweise funktioniert 😉 Achja, die zweite Wechselzone erreichte ich nach rund 6h35min (swim+bike)…
Fazit: Aus der Traum, zerplatzt wie eine Seifenblase, nix is wor’n! Schade, dass durch (meiner Meinung nach) zwei komplett falsche Entscheidungen eine lange und intensive Vorbereitung zerstört worden sind. Hätt mir was anderes erhofft von der Schweiz! Eines ist aber klar: Offene Rechnungen gehören beglichen! Ob bereits im nächsten Jahr oder erst auch in zwei oder drei Jahren wird sich noch zeigen …
Habe gestern abend bei meiner Surfsession durch die verschiedensten IRONMAN Seiten auf der Homepage vom IRONMAN bei unseren Eidgenossen ein ANTI-DRAFTING-GELÜBTE gefunden. Hab’s ja normalerweise nicht so mit Kirche(nsteuer) und so, aber das kann und will ich euch natürlich nicht vorenthalten:
„Ich verspreche meiner Familie, meinen Freunden und allen Triathleten, die den Ironman als Einzelwettkampf lieben, dass ich keine unerlaubten Substanzen eingenommen habe, die Regeln einhalten, mich nicht unsportlich verhalten und vorallem NIE IM WINDSCHATTEN FAHREN werde. Nur dann kann ich, falls ich innerhalb des Zeitlimits bleibe, stolz und mit erhobenem Haupt über die Zielline laufen und sagen: I AM AN IRONMAN.“
Fotos MOSTIMAN:
Eine kleine Auswahl meiner geschossenen Fotos (rund 1500) gibt es hier, jene vom offiziellen MOSTIMAN Bilderdienst folgen heute hier!